Aktivkohle zum Zähnebleichen: Funktioniert das wirklich?
Zähnebleichen ist weltweit eine der gefragtesten kosmetischen Zahnbehandlungen. Unter den vielen verfügbaren Methoden hat Zahnpasta mit Aktivkohle in den sozialen Medien enorme Popularität erlangt. Diese wird als natürlicher und sicherer Weg beworben, um Ihr Lächeln aufzuhellen. Aber funktioniert das wirklich und ist es sicher?
Was ist Zahnpasta mit Aktivkohle?
Aktivkohle ist eine Form von Kohlenstoff, die so bearbeitet wurde, dass sie eine sehr poröse Oberfläche besitzt. Diese Poren ermöglichen es ihr, Pigmente, Flecken und Chromophore von Oberflächen zu adsorbieren. Deshalb wird sie in der Medizin zur Entgiftung eingesetzt. In der Mundpflege wird Kohle als aufhellender Wirkstoff beworben, der Oberflächenverfärbungen vom Zahnschmelz entfernen soll, um die Zähne weißer erscheinen zu lassen.
Was sagt die Forschung?
1. Wirksamkeit von Aktivkohle in der Zahnaufhellung
Eine kontrollierte In-vitro-Studie verglich verschiedene aufhellende Zahnpasten, darunter Aktivkohle, Wasserstoffperoxid, Mikroperlen und Blue Covarine. Die Ergebnisse zeigten:
- Aktivkohle-Zahnpasta zeigt nach der ersten Anwendung keine sofortige Aufhellung.
- Bei regelmäßiger Verwendung zeigt Aktivkohle-Zahnpasta zwar einen gewissen Aufhellungseffekt, ist aber weniger effektiv als Zahnpasten mit Wasserstoffperoxid und Mikroperlen.
Dies legt nahe, dass Aktivkohle zwar Verfärbungen von der Oberfläche entfernen kann, jedoch nicht der effizienteste Wirkstoff zum Aufhellen ist.
2. Sicherheitsbedenken: Abrasivität und Zahnschmelzabnutzung
Eine aktuelle systematische Übersicht weist darauf hin, dass Aktivkohle-Zahnpasten eine hohe Abrasivität aufweisen können, die bei längerer Anwendung zu Abnutzung von Zahnschmelz und Dentin führt. Da sich Zahnschmelz nicht regeneriert, ist jeglicher Schaden dauerhaft. Außerdem können die Partikel der Aktivkohle zu groß sein, um die Zähne effektiv zu polieren, ohne Kratzer zu verursachen.
Manche Studien zeigen auch, dass Aktivkohle die Fluoridaufnahme behindern könnte, was den Kariesschutz der Zahnpasta reduziert.
3. Marketing versus wissenschaftliche Belege
Trotz intensiver Werbung gibt es nur begrenzte klinische Studien, die Aktivkohle als überlegenen Aufhellungswirkstoff bestätigen. Die meisten Studien sind Laboruntersuchungen, keine klinischen Studien mit echten Patienten. Das bedeutet, dass Aktivkohle zwar bei der Entfernung leichter Verfärbungen helfen kann, Langzeitwirkungen und Sicherheit aber noch unklar sind.
Aktivkohle im Vergleich zu anderen Aufhellungsmitteln
- Wasserstoffperoxid: Klinisch bewiesen, dass es Zähne aufhellt, indem es Fleckenmoleküle innerhalb des Zahnschmelzes aufspaltet. Effektiver, kann aber Sensitivität verursachen.
- Blue Covarine: Erzeugt direkt nach dem Putzen eine optische Illusion weißerer Zähne.
- Mikroperlen / Schleifkörper: Entfernen Oberflächenverfärbungen, können aber bei übermäßiger Anwendung Zahnschmelz abtragen.
- Aktivkohle: Adsorbiert Pigmente, ist aber weniger effektiv als Peroxid und Mikroperlen, birgt Risiken der Abrasion.
Sollten Sie Aktivkohle-Zahnpasta verwenden?
- Verwenden Sie sie gelegentlich statt täglich, um Zahnschmelzabnutzung zu minimieren.
- Kombinieren Sie sie mit einer Fluoridzahnpasta, um Kariesschutz zu gewährleisten.
- Seien Sie vorsichtig bei übertriebenen Werbeversprechen dramatischer Aufhellung.
- Konsultieren Sie Ihren Zahnarzt, wenn Sie sichere und effektive langfristige Aufhellungsoptionen wünschen.
Fazit
Aktivkohle zum Zähnebleichen bleibt eine trendige, aber wissenschaftlich begrenzte Option. Obwohl sie Oberflächenverfärbungen entfernen kann, zeigen Studien, dass sie nicht so effektiv ist wie Peroxid-basierte Aufheller und potenzielle Risiken für Zahnschmelzschäden birgt. Für zuverlässige Aufhellung sind professionelle Behandlungen oder klinisch bewiesene Zahnaufhellungszahnpasten bessere Wahl.
Quellen
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